Bereits seit 2008 verleiht die KünstlerInnengruppe monochrom den Preis. Ausgezeichnet wurde auch dieses Jahr ein Projekt, das “völlig unqualifizierte Statements gegen das Informationszeitalter abgeliefert”(1) hatte. Dieses Jahr konnte die Initiative Kunst hat Recht als Österreichs “größtes Satireprojekt” überzeugen, “das beispielhaft alle Kanäle vor allem das Internet für seine Zwecke nützt und durch konsequent vorgetäuschte Ernsthaftigkeit beeindruckt”, hieß es in der offiziellen Preisrede von monochrom.
Musik: Sylvester Levay, Text-Adaption: Thomas Thurner, Video: MsColine
Neben den weiteren Nominierten hatte sich Kunst hat Recht den Preis vor allem durch konsequent polarisierende Statements zum aktuellen UrheberInnenrecht verdient gemacht. Nachdem in Österreich (so wie übrigens in den meisten Teilen der Welt) die Zukunft des UrheberInnenrechts durch das Aufkommen netzbasierter Kulturtechniken aus dem Gleichgewicht in einen Schwebezustand gekommen ist, versucht die Initiative zu stabilisieren, was gar nicht mehr zeitgemäß ist. Kunst hat Recht bezeichnet sich dabei selbst als “eine Aktion von Kunstschaffenden in Österreich, um das Bewusstsein für den Wert geistigen Eigentums und die Akzeptanz von Urheber- und Nutzungsrechten der Künstlerinnen und Künstler zu stärken.”(2) Doch wie bereits Leonhard Dobusch in einem Artikel für Netzpolitik.org recht aufschlussreich beschrieb, präsentiert sich die Kampagne zwar als Sprachrohr für KünstlerInnen, tatsächlich handelt es sich dabei aber um “einen Fall von Astroturfing” (so Dobusch). Was das heißt? Ganz einfach, dass Kunst hat Recht zwar vortäuscht als unabhängige Initiative für KünstlerInnen zu lobbyieren, aber eigentlich stark von Verwertungsindustrien gefördert wird und schlussendlich eine PR-Aktion ist.
Diese Vorgehensweise mag vielleicht umstritten sein, wirklich folgenschwer ist dabei aber vor allem die moralisierende Art und polarisierende Haltung, die Kunst hat Recht vertritt. Sie stiftet dadurch Verwirrung und schürt Konfrontationen, wo konstruktive Gespräche über die Zukunft von geistigen und kulturellen Gütern stattfinden sollten. Darum, liebes Kunst hat Recht: Gratulation zum verdienten Preis.
Mehr zum Thema gibts bei heise online, thegap oder auf Twitter unter #wolo12.

